24.01.2012
Personen der Friedensbewegung
Hans Jürgen Rettig

Wilhelm Heydorn, ein Kämpfer für eine bessere Welt

Die entscheidenen Jahre 1930, Gründung der Menschheitspartei

Wilhelm Heydorn, auf der Suche nach Gerechtigkeit

Eine kleine Biographie

Aus heutiger Sicht war Wilhelm Heydorns wichtiger Schritt, die Gründung einer Partei. Seine Partei basierte auf dem Optimismus des 18. Jh. Nach seinen Vorstellungen ist der Mensch von Natur aus gut. Fehlleistungen und alles daraus entspringende Elend werden nur möglich durch mangeldes Wissen und daraus resultierende Fehlurteile.Prinzipiell ist der Mensch angelegt zur notwendigen dauernden Wissensmehrung und Urteilsverbesserung. Dieser Anlage entsprechend muss sich der Mensch in einer stetigen sittlichen Aufwärtsentwicklung befinden. Dieser Entwicklung stellen sich jedoch hemmend bestimmte Systeme, Suggestionen und aus Gruppeninteresse bewusst eingesetzte Mittel zur Menschheitsverdummung entgegen. Sein Ziel war es diese Hemmnisse zu überwinden und mitzuhelfen an einer versittlichung des Menschen kraft vertiefter Erkentnisse. Dazu über Immanuel Kant: Sittliche (ethische) Imperative sind die Gebote der Sittlichkeit (s. d.), der sittlichen Vernunft, des Gewissens. Sie verlangen unbedingte Geltung, weil es keinen Fall geben kann, wo sittliche Widervernünftigkeit statthaben darf. Will der Mensch vernünftig sein - und er will es im Grunde, der Idee nach -, so muß er dementsprechend handeln, theoretisch wie praktisch-ethisch.


Immanuel Kant, Wikipediagrafik

Der »kategorische« Imperativ ist die Formel des Sittengebotes, der Ausdruck der Norm des sittlichen Willens. Kant`s kategorischer Imperativ besagt: "Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte!" (Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, 1785).


Wilhelm Heydorn, Selbstbildnis, Bleistift 1954, 47 x 40

Das ist Kants Sittengesetz beziehungsweise der Kategorische Imperativ, dem wir seiner Meinung nach alle unterstehen. Das Sittengesetz besagt also, dass der Mensch sein Handeln einer allgemeinen moralischen Verpflichtung unterwerfen sollte, innerhalb deren Grenzen er frei ist. Das war auch die Maxime Heydorns nach der er versuchte zu leben und diese Maxime gab er auch weiter.

Wilhelm Heydorn

4.9.1873 geboren als Sohn des Geheimen Baurats Wilhelm Heydorn in Neustadt Holstein 1879 übersiedelung der Familie nach Plön. Besuch des dortigen Gymnasiums bis zur Primareife. Unter Einfluss der Mutter, aber gegen den Willen des evangelischen Vaters übertritt zum Katholizismus. 1890 Beginn der Laufbahn eines aktiven Offiziers im 85 Infantrie Regiment Herzog von Holstein zu Rendsburg 1887 während einer Rekonvaleszenz Schulbesuch und Abitur in Kiel 1998-1901 Besuch der Kriegakademie in Berlin. übertritt zur evangelisch-lutherischen Konfession 1902 Ausscheiden aus dem Militärdienst und Beginn des Studiums der Theologie in Kiel und Berlin u.a. bei Harnack 1909 Heirat mit Dagmar Huesmann aus Hamburg 1910 Hauptpastor in Burg auf Fehmann, Geburt des Sohnes Richard 1912 Pastor im Pfarrbezirk St. Katharinen in Hamburg. Geburt des Sohnes Uwe 1918 Niederlassung der Familie in Blankenese in der heutigen Babendiekstraße 1 1920 Geburt des Sohnes Volker Detlef 1921 Amtsenthebung1922 Aberkennung der Anstellungsfähigkeit als Pastor 1922-1933 regelmäßige freireligiöse Predigten in Altonaer und Hamburger Schulen 1922-1924 Studium der Altphilologie und Medizin 1926 / 27 Besuch des Lehrerseminars und Absolvierung de Volksschullehrerexamens. Danach tätig an der Telemannschule, später als staatlich angestellter Hauslehrer für körperbehinderter Kinder.

1933 Verbot der Partei durch die Nazis 1935 Entlassung aus dem Schuldienst, seitdem als Privatlehrer tätig. 1939 Verurteilung wegen Abfassung und Verbreitung staatsfeindlicher Schriften. 1943 Tod des ältesten Sohnes Richard in einem Lazarett an der Ostfront. 1945 Gründung des Menschheitsbundes 27.12. 1958 . gestorben in Hamburg-Blankenese 1972 Benennung einer Straße in Blankenese nach Wilhelm Heydorn. Nach meinem Kenntisstand unterichtete Wilhelm Heydorn im Rahmen seiner Tätigkeit im Menschheitsbund Schüler für die Vorbereitung zur Jugendweihe. Ich selbst war einer der Schüler in der Zeit zwischen 1949 bis 1950. Wilhelm Heydorn Theologe, Philosoph und Antifaschist, gründet 1930 die Menschheitspartei * 4.9.1873 + 27.12.1958

Quelle: Autobiographie zur Kulturellen und politischen Geschichte Hamburgs, Maler werden zwischen Kunst, Politik und Religion Herausgeben von Volker Detlef Heydorn, Verlag Hans Christians 1971 ... Friedensinitiative Bruchsal
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